Ryder Cup 2025 – Emotionen, Teamgeist und Schattenseiten

Der Ryder Cup ist vorbei. Europa hat verteidigt.
Und trotzdem sitze ich hier und muss sagen: So sicher, wie ich es in Folge 32 meines Podcasts angekündigt habe, war es am Ende dann doch nicht.

Die ersten beiden Tage waren ein Lehrstück in Sachen Teamgeist. Europa wie aus einem Guss, ein Miteinander, wie man es im Sport mittlerweile nicht mehr so oft sieht. Die Amerikaner? Zwölf Individualisten, die vorgaben, eine Mannschaft zu sein. Versteinerte Mienen, einstudierte Gesten, kein echtes Miteinander. Je mehr sie zurücklagen, desto deutlicher bröckelte die Fassade. Psychologen hätten ihre wahre Freude gehabt, dieses amerikanische Team zu studieren.

Und dann kam der Sonntag. 11,5 zu 4,5 stand es. Durch Hovlands Verletzung 12 zu 5, bevor überhaupt ein Schlag gespielt war. Zwei Punkte, mehr brauchte es nicht. Eigentlich ein Spaziergang. Eigentlich.

Doch plötzlich drehte sich alles. Erst verloren Rose und Fleetwood ihre Matches hauchdünn an der 18. Schauffele fegte Rahm vom Platz, 4&3, keine Chance, null Widerstand. Rahm, der Fels in den Tagen zuvor, wirkte wie ein Schatten seiner selbst. Und dann Fitzpatrick. Nach sieben Löchern 5 up. Ein Spaziergang? Von wegen. Bryson DeChambeau biss sich fest, mit eisernem Willen, mit einer Körpersprache, die einschüchterte, fast einschlug wie ein Vorschlaghammer. Loch für Loch kam er zurück, bis am Ende tatsächlich nur noch das Unentschieden stand. Ein gefühlter Sieg für die USA, ein kleiner Schock für Europa.

Putts, die sonst fielen, liefen vorbei. Gesichter, die zuvor strahlten, verzogen sich. Hatton kommentierte das Ganze auf seine unnachahmlich charmant-fluchende Art, aber auch er wirkte ratlos. Das Momentum kippte, und die Amerikaner rochen Blut.

Nur Ludwig Åberg stemmte sich dagegen und gewann. Den entscheidenden Putt setzte am Ende Shane Lowry. Und alles brach aus ihm heraus! Er war nicht der beste Spieler im Turnier, nicht der Überflieger des Wochenendes. Aber er war da, als man ihn brauchte. Voller Leidenschaft. Und er ist das Herz dieser Mannschaft. Einer, der die Kabine zusammenhält, der Stimmung macht, der trägt. Ohne ihn wäre der Sieg „über die Kabine“ wahrscheinlich nicht möglich gewesen. Und es gibt hier tatsächlich keinen, dem ich das mehr gönne als Shane Lowry!

Denn am Sonntag hagelte es eine 8,5 zu 3,5 Klatsche für Europa. Aber zum Glück war die Arbeit vorher erledigt worden. Die ersten beiden Tage entschieden den Cup – nicht auf dem Platz, sondern in eben dieser Kabine.

Und das US-Team? Im Einzel zeigten sie, warum sie in den Weltranglisten ganz oben stehen. Da waren sie plötzlich locker, stark, selbstbewusst. Da fühlten sie sich wohl. Da waren sie wieder allein und für sich auf dem Platz. Und genau da liegt das Problem: Sie waren nie ein Team. Sie waren zwölf Einzelkämpfer, die ein Schauspiel aufführten. Sie wollten bezahlt werden und stritten es dann wieder ab. Für mich gab es in diesem Team lediglich einen, der mich beeindruckt hat und dieses Ryder-Cup-Gefühl wirklich verinnerlichte: Justin Thomas. Er war ehrgeizig, weigerte sich aufzugeben, sprach nie von Geld und war es, der immer wieder das Publikum beschwichtigte.

Und eben dieses Publikum hatte auch einen wichtigen Anteil. Leider aber keinen positiven. Im Fußball ist der zwölfte Mann sehr oft eine Macht, die ihr Team nach vorne peitscht. In New York war er eine Schande. Schmähgesänge, Beleidigungen, Drohungen. Rory war das Hauptziel. Getränke flogen, noch deutlich schlimmere Worte. Tommy Fleetwoods Frau wurde verhöhnt, Robert MacIntyre mehrfach als „Wxnker“ tituliert, europäische Spieler schlicht persönlich beleidigt. Bethpage Black, die Bühne des Ryder Cups, wurde zum Hexenkessel – aber im schlechtesten Sinne. Denn das eigene Team voranzutreiben, geriet dabei oft in Vergessenheit.

Das europäische Team war vorbereitet. Mit VR-Brillen hatten sie trainiert, unter Lärm, unter Beleidigungen, unter Stress. Wie absurd ist das bitte? Aber es zahlte sich aus. Rory, so oft im Zentrum, reagierte. Nicht immer gelassen. Ein „Fxxk you“ hier, ein „Go F$§k yourself“ da, zwischendurch ein Mittelfinger. Und mal ehrlich: Wer wollte es ihm verdenken? Am Vortag war er mit seiner Frau sogar mit einem Getränk beworfen worden. Trotzdem stellte er sich nach den Matches hin, lobte das US-Team, hob die fairen Fans hervor. Profi durch und durch. Nach dem Ryder Cup allerdings sagte er, was er wirklich dachte. Fast. Und dabei blieb er immer noch stilvoller als viele Fans in Bethpage Black.

Ja, es gab auch viele Amerikaner, die sich schämten für das, was dort passierte. „Das ist halt New York“, sagten sie. Vielleicht. Aber dann fahre ich lieber nach Wien.

Europa hat gewonnen. In mehrfacher Hinsicht. Sie haben gezeigt, was Teamspirit bewegen kann. Trotz aller Widerstände, trotz aller Anfeindungen. Das war mentale Stärke in Reinkultur. Und wenn man sieht, wie sehr Teamgeist gegen geballte Einzelklasse wirkt, dann kann man nur hoffen, dass dieser Sport in Irland 2027 wieder die Seite zeigt, die wir alle lieben: Leidenschaft, Rivalität, Emotionen. Aber ohne Häme, ohne Hass. Idioten gibt es natürlich überall, aber in dieser Masse? In Irland schwer vorstellbar.

Mein Fazit: Europa hat als Mannschaft Geschichte geschrieben. Die Amerikaner haben als Einzelspieler ihre wahre Stärke gezeigt, waren aber weit entfernt davon, ein Team zu sein. Und der Ryder Cup, mit allem, was drumherum passiert ist, hat an diesem Wochenende mehr über Gesellschaft und Zeitgeist ausgesagt, als uns vielleicht lieb ist.

Whisky & Golf – Job zum Hobby aber auch Hobby zum Job! 😍

Whisky & Golf – das eine mache ich beruflich, das andere wurde durch meinen Beruf zu einem leidenschaftlichen Hobby! Klingt vielleicht etwas schräg, ist aber völlig in Ordnung.

Beruflich arbeite ich als Brand Ambassador bei Rémy Cointreau für die Single-Malt-Destillerien Bruichladdich(Islay/Schottland) und Westland (Seattle/USA) sowie die Mount Gay Rum Distillery (Barbados). Als ehemaliger Bartender war ich schon immer fasziniert von eleganten, gereiften Spirituosen, allen voran von schottischem Single Malt Whisky. Aber wie kam es denn überhaupt dazu?

1999 begann ich meine Karriere als ausgebildeter Metallblasinstrumentenmacher. Eigentlich wollte ich Jazz- und Popularmusik Trompete studieren, aber dazu fehlte mir damals definitiv der Mut. Dazu kam eine aufkommende Kupfer/Nickel-Allergie und der Drang, mehr mit Menschen zu arbeiten. Also hängte ich das Handwerk an den Nagel und wechselte als Quereinsteiger in die Gastronomie. Dort absolvierte ich noch eine zweite Ausbildung zum Hotelfachmann, die mich aber sehr schnell in Richtung Bar navigierte.

Und diese bereits aufkommende Faszination brachte mich dann 2005 das erste Mal nach Schottland, um mehr über das „schottische Gold“ zu erfahren und ich verliebte mich schlagartig in das Land, die Menschen und natürlich in den Whisky. Zum Glück eher in die Faszination als in den maßlosen Genuss, denn am Ende ist Whisky immer noch Alkohol und sollte mit Respekt behandelt werden. Doch die Begeisterung hatte mich gepackt und ließ mich einfach nicht mehr los.

2006 wurde ich vom Gault Millau zum Barkeeper des Jahres gewählt, und schon in der Laudatio hob man mein außergewöhnliches Wissen über das schottische Lebenswasser hervor, welches ich in meinen Stationen als Bar Manager im Falkenstein Grand Kempinski, dem Breidenbacher Hof in Düsseldorf und dem Hotel Vier Jahreszeiten Kempinski in München weiter auslebte. Aber es kam, wie es kommen musste: nach gut 15 Jahren hinter dem Bartresen begann ich für die Bruichladdich Distillery bei Rémy Cointreau zu arbeiten, was für mich nur der logische weitere Weg war. Seit über zehn Jahren mache ich das nun mit derselben Leidenschaft wie bei meinem ersten Besuch auf Islay – und wurde dafür 2025 vom Whisky Guide Deutschland mit dem „Master of Excellence“ geehrt. Eine Auszeichnung für meinen außergewöhnlichen Einsatz rund um den schottischen Whisky im deutschsprachigen Raum.

Während der Corona-Pandemie kam jedoch eine zweite, nicht weniger fatale Leidenschaft hinzu: Golf.

Im Rahmen einer Social-Media-Kampagne veranstaltete ich mehrere Mini-Tastings per Instagram Live. Mit dabei waren verschiedene Content Creator – darunter auch der Kölner Schauspieler Daniel Buder. Das Live mit ihm war schnell vorbei, aber das anschließende „Zoom-Bierchen“ mit rund zehn Golfverrückten dauerte deutlich länger. Sie erzählten mir von einem Projekt, das Golf gerade jüngeren Menschen näherbringen sollte, indem man Persönlichkeiten aus Social Media, Sport oder Showbusiness zusammenbringt. Die einen konnten Golf schon spielen, die anderen lernten es – und alles wurde ausführlich auf Instagram & Co. begleitet.

So schnupperten wir ins „Celebrity Golfcamp“ hinein, das später schlicht The Golfcamp hieß. Über zwei Jahre begleiteten wir das Projekt als Partner, bis es schließlich endete. Es waren aufregende Zeiten: eine Runde auf dem Ryder-Cup-2023-Platz Marco Simone, ein Besuch im Headquarter von ECCO Golf in Dänemark oder eine Woche auf der AIDA im Mittelmeer. Das Spannendste und zugleich Schicksalhafteste war jedoch: Ich habe nicht nur wundervolle Menschen kennengelernt, die ich nicht mehr missen möchte, ich habe auch im ersten Camp selbst mit Golf begonnen. Und das hat eine ungeahnte und „folgenschwere“ Leidenschaft in mir entfacht.

Als The Golfcamp endete, wollte mein Arbeitgeber das Thema Golf weiterverfolgen. Und so ergab es sich, dass ich über Marco Allzeit, Herausgeber der Golf’n’Style, die Möglichkeit erhielt, mit der European Open auf dem Green Eagles Golf Course in Winsen zu verhandeln. Schließlich traten wir 2024 als offizieller Whisky- und Spirituosenpartner des DP World Tour Turniers auf – mit vier Bars über den Platz verteilt. Dieses Erlebnis war nicht nur beruflich ein absolutes Highlight: Wir hatten einen grandiosen Auftritt auf dem Golfplatz, großartige Sichtbarkeit im Live-TV und dazu persönliche Erlebnisse wie ein ProAm mit Ugo Coussaud oder Connor Syme, Begegnungen mit Freddy Schott und weiteren großartigen Golfern. Mein inneres Feuer für Golf brannte danach noch heller, mein Bankkonto war davon allerdings weniger begeistert …

Und so kam es, wie es kommen musste: Erst eröffnete ich einen TikTok-Account namens Whisky & Golf, auf dem ich mich ein wenig im Infotainment probierte. Da ich allerdings wenig Ahnung vom Videoschneiden habe und die Zeit knapp war, schlief der Account irgendwann etwas ein. Dafür wuchs eine andere Idee in mir, für die ich zwei Jahre brauchte, um sie umzusetzen: Ein eigener Podcast über meine beiden Leidenschaften Whisky & Golf.

Das Ergebnis habt ihr hier – und meine Einleitung bringt es auf den Punkt:

„Du musst kein Experte sein, um eine spannende Spirituose wie einen schottischen Single Malt zu genießen. Du musst auch kein Millionär sein, um Golf zu spielen. Alles, was zählt, ist das Interesse, es zu probieren – und du wirst merken, es macht einfach nur Spaß! Was hier genau passiert, wird sich über die Zeit ergeben, aber allen voran möchte ich euch den Spaß an beidem zeigen: mit Anekdoten und verblüffenden Infos Spirituosen entdecken sowie mit spannenden Gesprächspartnern – meist aus dem öffentlichen Leben – nach einer Runde Golf bei einem leckeren Tropfen plaudern. Lustig wird es ganz sicher, aber immer unter einer Bedingung: Drink responsible & golft ehrlich!“